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Seitenübersicht: BMW Group Classic: Elvis 507 - Lackierung
Lackierung WELCHER FARBTON IST ES NUN?

FEDERWEISSER.

Elvis Presley kaufte ihn in Weiß, ließ ihn aber in Rot neu lackieren. Welcher Farbton ist es nun?

Elvis Presley, King of Rock ’n’ Roll, leistete seine Wehrpflicht in Germany. Als passenden Wagen für die Autobahnen ohne Tempolimit gönnte er sich einen BMW 507 im Farbton Federweiß, es war das Präsentationsmodell von BMW auf der IAA 1955 und gleichzeitig eine Sensation. Später ließ der Sänger und Superstar den Wagen rot umlackieren. Der Mythos sagt: wegen der vielen roten Lippenstift-Kussmünder weiblicher Fans.

Wie auch immer, mittlerweile stand bei der Restaurierung des geschichtsträchtigen BMW 507 ein ganz besonderer Schritt an, den viele mit Spannung erwarteten: nämlich die Entscheidung, in welcher Farbe der Wagen jetzt wieder neu erstrahlen sollte.







Schicht für Schicht.

Elvis’ BMW 507 hat ein bewegtes Autoleben hinter sich. Die Lackschichten legen ein beredtes Zeugnis davon ab. Vom ursprünglichen Federweiß wechselte der Wagen zuerst zu Rot, das ist bekannt. Doch mittels Farbspektrenanalyse haben wir versucht, weitaus mehr Licht ins Dunkel seiner Geschichte zu bringen. Das Ergebnis überrascht: Elvis’ Supersportwagen wurde nicht weniger als achtmal neu lackiert, zuletzt wieder rot. Doch auch von diesem Glanz war schon lange nichts mehr übrig, und dazu hatte viel Rost der Karosserie übel mitgespielt. Diese Schäden wurden behoben, es blieb die Frage nach dem Lackton.

Jack Castor, Amerikaner und letzter Besitzer, hatte den Wagen immer nur in seinem Auslieferungszustand im Sinn, im originalen Federweiß also. Genauso, wie er auf der IAA einst stand und wie ihn sein berühmter erster Besitzer auch bekam. Es wurde keine schwere Entscheidung. Diesem Kundenwunsch sollte ganz einfach entsprochen werden.

Neu, aber nicht tot.

Bei der Lackierung wurde sehr umsichtig und vorsichtig vorgegangen, das Auto durfte auf keinen Fall „totlackiert“ werden – bei Oldtimern ein heißes Eisen. Denn moderne Techniken und Materialien schaffen ein absolut perfektes Finish. Bei Neuwagen ist das heute Standard, doch damals? Alte Autos wirken bei zu viel Perfektion mitunter wie tot, sie verlieren ihre Authentizität. Das eben nicht ganz perfekte Finish der damaligen Zeit gehört zu ihnen wie die Technik, die Stoffe der Sitze, der Klang des Motors. Elvis 507 sollte seine gewissen Eigenheiten und seinen Charakter behalten.

Nach Analyse des alten Lacks mit dem schönen Namen Federweiß wurde die Farbe genau nach Originalspezifikation neu gemischt. Beim späteren Farbauftrag wurde nach den üblichen Prinzipien vorgegangen: zuerst eine solide Grundierung als Basis. Dann ein Füller, um Unebenheiten auszugleichen, wichtige Voraussetzung für die spätere Wirkung des Lacks. Schließlich soll er optisch glatt und ebenmäßig aussehen. Das Besondere jeder Lackierung aber ist stets der Decklack, denn erst mit ihm erglänzt die Karosserie so, wie man sie sich die ganze Zeit vorgestellt hat. Ein letztes kritisches Finish mit geschultem Auge und geübten Händen haben das Werk vollendet. Jetzt kann der Zusammenbau beginnen.

Be-bop-a-lula, it’s my baby …

Wie gesagt, eine authentische, also zur Zeit des Fahrzeugs passende Lackierung, wurde gewünscht und erreicht. Auf jeden Fall kann sich das Ergebnis im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Dem King of Rock ’n’ Roll hätte es mit Sicherheit gefallen, es ist sein Baby, keine Frage, auch oder gerade in Weiß. Und Kussmünder schickt man heutzutage auch nur noch per SMS.

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